Ein neuer Ansatz im Gesundheitssektor
Für Google ist es entscheidend, über die bestehende Kundenbasis von Fitbit- und Pixel Watch-Nutzern hinaus zu expandieren. Das Unternehmen setzt darauf, dass der AI-Gesundheitsassistent in der neuen Google Health-App, die am Donnerstag vorgestellt wurde, Nutzer von Apple Watch, Oura Ringen und Garmin-Uhren anzieht – sowie diejenigen, die überhaupt keinen Gesundheitstracker besitzen.
Marktherausforderung
Laut der Marktforschungsfirma International Data Corporation hinkt Google im globalen Markt für tragbare Technologie hinter Unternehmen wie Apple, Samsung und den chinesischen Tech-Riesen Xiaomi und Huawei hinterher. Die neuesten Updates deuten jedoch darauf hin, dass Google mehr darauf fokussiert ist, im Gesundheitsbereich mit OpenAI und Microsoft zu konkurrieren, als den Smartwatch-Markt zu dominieren. Denn immer mehr Nutzer wenden sich an ChatGPT, wenn es um Gesundheitsfragen geht.
Ein Gesundheitscoach für alle
„Ein Athlet von heute hat ein ganzes Team, das ihn unterstützt… Er hat einen Ernährungsberater, einen Schlafcoach und einen Fitnesstrainer“, sagt Rishi Chandra, General Manager von Google Health. „Warum sollte nicht jeder von uns das Äquivalent haben? Genau darum geht es beim Gesundheitscoach.“
Skepsis gegenüber KI im Gesundheitswesen
Einige Gesundheitseinrichtungen, wie die Mayo Clinic und die Duke University School of Medicine, warnen, dass KI ungenau sein kann. Sie argumentieren, dass KI-Tools oft nicht die notwendige Kontextualisierung bieten und die Fähigkeit fehlen kann, wie ein medizinischer Fachmann zu denken und Tests durchzuführen.
Die neue Google Health-App
Google wird die Fitbit-App am 19. Mai in die neue Google Health-App umwandeln. Diese App, die von Googles AI Health Coach angetrieben wird, umfasst Funktionen zur Zusammenfassung von Gesundheitsdaten, die Benutzer bereit sind zu teilen, personalisierte wöchentliche Fitnesspläne und einen Chatbot, der Fragen zu den Fitness- und Gesundheitsdaten der Nutzer beantworten kann. Außerdem wird ein neues Fitbit-Armband namens Fitbit Air eingeführt, das keinen Bildschirm hat und zusammen mit der neuen App verwendet werden soll.
Trendanalysen und kostenpflichtige Funktionen
Der AI-Coach wird auch Trends im Schlaf und in den Workouts einer Person erkennen und diese in der App zusammenfassen. Er könnte beispielsweise anzeigen, dass ein 4-Meilen-Lauf zur wöchentlichen Zielvorgabe von 20 Meilen beigetragen hat oder dass die biometrischen Daten des Nutzers von Fitbit oder Google Pixel darauf hindeuten, dass er sich nach ein paar zusätzlichen Stunden Schlaf ausgeruhter fühlte.
Viele Funktionen erfordern ein Google Health Premium-Abonnement, das sich von den anderen kostenpflichtigen AI-Plänen von Google unterscheidet. Eine Vorschau-Version des AI-Helfers ist seit Oktober in der Fitbit-App verfügbar.
Integration und Datenfreigabe
Google untersucht aktiv die Möglichkeit, den AI-Gesundheitscoach mit Tools zur gemeinsamen Nutzung von Gesundheitsdaten zwischen verschiedenen Anwendungen zu integrieren, wie etwa Health Connect für Android und HealthKit für Apple, sagt Chandra.
Mit diesen Neuerungen positioniert sich Google, um nicht nur als technologischer Anbieter von Gesundheitslösungen zu treten, sondern auch um das Gesundheitserlebnis seiner Nutzer zu revolutionieren.